Was kann 'Social Media' und was nicht? (30.4.2010)
Das Beste, was ich bisher über die Möglichkeiten von Facebook, Twitter, etc. gesehen habe: talkabout-Präsentation "Wenn Social Media die Antwort ist".
Nach dem Durchblättern werden wohl einige Unternehmen enttäuscht Abschied von ihren "Web 2.0"-Projekten nehmen. Schließlich müssten Sie erst 'gut' werden, damit sie 'echte' Freunde im Netz finden.
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Usability-Tests können auch in die Irre führen (22.2.2010)
Microsoft hat für Office 2010 die Programm-Icons geändert. Die Programme werden nun vorrangig durch ihren Anfangsbuchstaben identifiziert:
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Zum Vergleich die Symbole von Office 2007, der Vorgängerversion:
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In einem Blogeintrag begründet Keri Vandeberghe von Microsofts Office Design Group den Philosophie-Wechsel:
"The new icon designs respond to research that informs us that users can more easily associate icons by letter and color than by abstract design."
Das Ergebnis der Untersuchung leuchtet ein. Ein großes 'V' hat mehr mit 'Visio' zu tun als ein Quadrat und eine Raute. (Dass es nun allerdings drei 'P'-Icons gibt, die farblich eine Herausforderung für Menschen mit Rot-Grün-Schwäche sind, steht auf einem anderen Blatt).
In den Kommentaren zu Vandeberghes Beitrag stoßen die neuen Icons überwiegend auf Ablehnung. Sie seien ein Design-Rückschritt, ein Abklatsch von Adobes Rebranding 2006 oder einfach nur schrecklich und hässlich.
Usability vor Ästhetik?
Mir geht es nun nicht um die Frage, ob das Ergebnis gelungen ist oder nicht, sondern um die Vorgehensweise bei der Entscheidungsfindung. Die besagte Studie hat wohl eindeutig gezeigt, dass Buchstaben im Icon hilfreich sind. Usability definiert Ästhetik. Das klingt nach einer guten Nachricht. Ich bin immer dafür, wenn etwas einfacher und verständlicher wird.
Allerdings bleibt ein Unbehagen, wenn eine Änderung auf mehrfach geäußerte und so massive Ablehnung stößt. Das ist ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Usability-Untersuchungen haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Vor allem, wenn sie klare Zahlen liefern können wie die Marktforschung im Konsumgüterbereich. 70% finden das zweispaltige Layout besser, also nehmen wir das. Schöne und lehrreiche Beispiele liefert dafür Anne Hollands 'Which test won?'.
Was die quantitativen Tests aber unterschlagen sind die Meinungen der Minderheit. Warum fanden sie die 'Verlierer'-Lösung besser oder was stört sie an der Mehrheitslösung? In diesen Informationen steckt ein enormes Potenzial, um aus einer funktionierenden Variante eine noch bessere zu machen.
Wer Tests zur vorherrschenden Entscheidungsmethode macht, sollte auch den 'konservativen' Charakter von Testergebnissen bedenken. Marktforschungen sind sehr hilfreich, um die herrschende Meinung herauszufinden, da sie aus den aktuellen Erfahrungen und Haltungen der Befragten resultieren. Bei der Prognose zukünftiger Präferenzen können Sie aber ziemlich daneben liegen (wie man aus den Wahlumfragen weiß). Joan Rowlings 'Harry Potter' wurde zunächst auch von mehreren Verlagen abgelehnt. Was für ein kostspieliger Irrtum.
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Facebook, Twitter - bringt das was? (22.1.2010)
CampaignMonitor ist einer der renommiertesten Anbieter von Newsletterdiensten weltweit. In einem Blogbeitrag haben sie den Traffic verglichen, den sie im Dezember über ihren monatlichen Newsletter und ihre Facebook- und Twitter-Aktivitäten erhielten.
Während Facebook-Fans und Twitter-Follower nur 9% des Gesamtpublikums ausmachten, gingen von ihnen 30% der Seitenaufrufe aus. Facebook-Fans riefen mehr als 5 Seiten pro Besuch auf, die Twitter-Nutzer nur etwa 2,6 und die Newsletterabonnenten 3,7. Die Twitter- und Facebook-Wirkungsdauer sei allerdings gering, nach 2-3 Tagen seien kaum noch Verweise messbar, der Newsletter bringe auch noch in der dritten Woche ein Zehntel der Besucher der ersten Woche.
Interessant sind auch die Zahlen des US-Amerikanischen SocialWeb-Dienstes ShareThis. Über einen ShareThis-Button haben Besucher von Webseiten die Möglichkeit, die Seite Freunden per E-Mail, über Tweets oder als Facebook-Eintrag weiterzuempfehlen.
Im Oktober 2009 gaben 46,4% der Nutzer ihre Links per E-Mail weiter, ein Drittel über Facebook und weniger als 6% als Tweet. Bei den Klicks, die daraus resultierten, sieht die Sache erstaunlicherweise umgekehrt aus. 40% aller Klicks kamen über Twitter, 25% über Facebook und nur 15% über E-Mail-Empfehlungen. Wenn es aber um die anschließende Aktivität auf der Seite geht, dreht sich das Blatt wieder. Facebook- und E-Mail-Nutzer kommen auf knapp 3 Seiten pro Besuch, Twitter-Leser nur auf 1,7 Seiten.
Fazit: Twitter- und Facebook-Nutzer sind noch in der Minderheit, allerdings sehr klickfreudig. Die Twitter-Freunde haben es jedoch eilig und verweilen nur kurz. Kein Wunder: das sind vor allem geschäftige Männer um die 30, die überwiegend in der Medien- und Marketingbranche arbeiten (vgl. deutschen Twitterumfrage).
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